Zeichenblockade? Mit diesen Fragen löst du deine Blockade nachhaltig

Du möchtest eigentlich gerne etwas zeichnen, aber irgendwie kommt immer was dazwischen. 

Mal fehlen dir die passenden Materialien, dann der Platz, die Zeit, die Ruhe. Oder du kannst dich einfach nicht für ein Thema entscheiden?

Und dann, wenn du endlich alles hast, was du brauchst, schaffst du es nicht anzufangen. Obwohl du weißt, dass dir das Zeichnen wirklich gut tun würde.

Und vielleicht denkst du: „Ich habe eine Zeichenblockade. Was soll ich tun?"

Was tun bei einer Zeichenblockade?  

Wenn du eine Blockade hast, geht es dir wahrscheinlich wie den meisten Menschen und du willst sie möglichst schnell loswerden. Was total nachvollziehbar ist. 

Blockaden löst man nicht, indem man sie bekämpft, sondern indem man sie erforscht. 

Die Ursachen einer Blockade können sehr individuell sein. Deshalb bekommst du von mir keine X ultimativen Tipps, wie du deine Zeichenblockade schnell und einfach überwindest. Statt dessen zeige ich dir, welche Fragen du dir stellen kannst, um deiner Zeichenblockade auf den Grund zu gehen. Das hilft dir dabei, dich und deine Situation besser zu verstehen. Außerdem findest du heraus, was du ändern kannst, damit du deine Blockade nachhaltig löst und wieder in einen Flow kommst.

So kannst du deine Blockade nachhaltig lösen 

Für das Erforschen deiner Zeichenblockade zeige ich dir das Modell der logischen Ebenen der Veränderung aus dem NLP (Neurolinguistisches Programmieren). Dieses Modell habe ich schon oft erfolgreich in Coachings eingesetzt und es lässt sich auch prima übertragen auf andere Blockaden oder Situationen, in denen es dir noch nicht gelingt, das zu tun, was du eigentlich gerne tun würdest. 

Ich stelle dir hier kurz das Modell vor. Danach findest du die Anleitung für dein Selbstcoaching und noch ein Beispiel von mir. 

Die logischen Ebenen der Veränderung (Dilts-Pyramide) 

Das Modell der logischen Ebenen der Veränderung (die auch psychologische oder neurologische Ebenen genannt werden) stammt von Robert Dilts, einem Weiterentwickler des NLP. Grundlage sind die logischen Ebenen des Lernens von Gregory Bateson. 

Das Modell hilft dabei, sich und seine Umwelt besser zu verstehen. Gleichzeitig sollte es einen Hinweis anbieten, auf welcher Ebene Veränderungen angesetzt werden müssen, wenn eine persönliche Weiterentwicklung stattfinden soll. Die logischen Ebenen sind Ebenen der Veränderung. Sie dienen zur Klärung, wo z.B. ein Problem, ein Ziel oder die eigene Mission angesiedelt ist. Die logischen Ebenen können zum Beispiel in der Problemlösungs- und Ressourcenarbeit verwendet werden." Quelle: Landsiedel-Seminare

Logische Ebenen Dilts Pyramide
[Abbildung: die logischen Ebenen der Dilts-Pyramide]

1. Ebene: Umgebung

Diese Ebene umfasst die konkreten äußeren Bedingungen einer bestimmten Situation, wie Ort, Zeit, Personen, Dinge. Alles, was mit den Sinnen wahrnehmbar ist. 

2. Ebene: Verhalten

Die Ebene des Verhaltens bezieht sich auf alle von außen wahrnehmbaren Handlungen und Reaktionen einer Person, die mit den Sinnen wahrnehmbar sind. 

3. Ebene: Fähigkeiten

Fähigkeiten sind von außen nicht wahrnehmbar, dabei handelt es sich um Abläufe im Handeln, Fühlen und Denken eines Menschen, die ein bestimmtes Verhalten ermöglichen. 

4. Ebene: Werte und Glaubenssätze

Dabei handelt es sich um Innere Überzeugungen und Kriterien, die aus früheren Erfahrungen stammen und das Warum unserer Handlungen erklären. Sie können bewusst oder unbewusst sein. 

5. Ebene: Identität

Das Selbstverständnis oder Selbst-Bild, das ein Mensch von sich hat (meist unbewusst). 

6. Ebene: Sinn

Hier ist das Thema die große Frage nach den Sinn des Lebens. Dabei geht es um unsere berufliche, familiäre, gesellschaftliche oder vielleicht auch philosophische, religiöse Zugehörigkeit oder auch um die Mission oder Vision. 

Fragen zum Blockaden lösen (Anleitung zum Selbstcoaching)

Um deiner Blockade auf den Grund zu gehen, stellst du dir Fragen zu den verschiedenen logischen Ebenen. So kannst du herausfinden, auf welcher Ebene du etwas verändern kannst, um deine Blockade zu lösen. Am besten du stellst dir eine konkrete Situation vor, in der du eigentlich gerne zeichnen würdest, aber es nicht schaffst, anzufangen. (Und wenn du magst, hol dir gleich etwas zum Schreiben, um deine Antworten zu notieren.)

Fragen zu deiner Umgebung: 

  • Wo bist du? 
  • Wer ist da noch?
  • Was siehst du? 
  • Was hörst du?

Frage zu deinem Verhalten: 

  • Was tust du?

Fragen zu deinen Fähigkeiten: 

  • Wie tust du, was du tust?
  • Welche Fähigkeiten nutzt du?

Fragen zu deinen Werten und Glaubenssätzen: 

  • Warum tust du, was du tust?
  • Was ist dir wichtig?
  • Was glaubst du?

Frage zu deiner Identität: 

  • Wer bist du? 

Fragen zu deinem Sinn: 

  • Für wen oder was tust du, was du tust?
  • Was ist deine Aufgabe in der Welt?

Wenn du dir die Fragen beantwortet hast, hast du vielleicht schon die ein oder andere Erkenntnis über dich und deine Blockade gewonnen. Um den Prozess etwas anschaulicher zu machen, gebe ich dir hier noch ein Beispiel. 

So habe ich meine Blockade gelöst (Beispiel) 

Situation: Es ist Anfang der Woche und ich würde gerne etwas zeichnen, als Grundlage für den nächsten Blog-Artikel und meinen Newsletter, aber ich schaffe es nicht, mich zum Zeichnen zu motivieren. Um die Ursache meiner Blockade zu erforschen, stelle ich mir die Fragen der logischen Ebenen. 

Wo bin ich?  Wer ist da noch? Was sehe, höre ich? 

Ich bin alleine zu Hause und sitze am Esstisch. Neben mir liegen Arbeitsmaterialien (Bücher, Zettel und die Post...). Vor mir steht mein MacBook. Ich höre den Kühlschrank, sonst ist es ruhig. 

Was tue ich? 

Ich sitze vorm aufgeklappten MacBook und schaue auf den Monitor. 

(Wenn du ganz genau hinschaust, könntest du sehen, dass ich im Internet surfe, sprich: ich prokrastiniere.) 

Wie mache ich das? 

Ich denke an das, was ich eigentlich tun will und erkenne, dass ich das gerade vor mir her schiebe. Deshalb bin ich genervt von mir und führe abwertende Selbstgespräche... 

Warum tue ich das, was ich tue? Was ist mir wichtig? Was glaube ich?

Ich glaube, dass es zu lange dauern wird, wenn ich jetzt noch mit dem Zeichnen anfange. (Mein Mann kommt bald von der Arbeit nach Hause und dann hätte ich keine Ruhe mehr.) Ich glaube, dass ich Zeit und Ruhe brauche für eine Zeichnung. Es ist mir wichtig, dass die Zeichnung gut wird. 

Wer bin ich (in dieser Situation)? 

Wenn ich das Zeichnen so vor mit herschiebe, bin ich dann eine Prokrastiniererin?! Puh, das gefällt mir jetzt so gar nicht. Ich bin doch NeuroGraphik-Trainerin und Coach! 

Was ist meine Aufgabe in der Welt? Für wen tue ich das?

Ich möchte Menschen inspirieren und ihnen die NeuroGraphik näher bringen. Und ich möchte Menschen dabei helfen, sich selbst besser kennenzulernen und sich weiterzuentwickeln und so immer mehr bei sich selbst anzukommen.

- - - - SCHNITT  - - - -

Gut, das ist jetzt keine neue Erkenntnis für mich. Aber mir wieder bewusst zu machen, was meine Aufgabe ist und worum es eigentlich geht, verändert meinen Zustand völlig. Eben war ich noch schlecht gelaunt und habe mich selbst verurteilt - jetzt fühle ich mich geradezu euphorisch.

Der Blick Richtung Zukunft 

So motiviert, wie ich jetzt bin, könnte ich direkt mit dem Zeichnen loslegen. Aber vorher mache ich mich noch auf den Weg von der Spitze der Pyramide zurück an die Basis. 

Jetzt ist es an der Zeit, sich lösungsorientierte Fragen zu stellen. (Du kannst direkt mitmachen.) 

Wer bin ich, wenn ich diese Aufgabe lebe? Wer möchte/könnte ich sein? 

Eine Lernende, die sich weiterentwickelt (und auch anderen dabei hilft), ein Vorbild?

Welche Überzeugungen könnten dabei hilfreich sein? 

Ich kann es lernen. Ich darf Fehler machen. Ich kann klein anfangen.

Welche meiner Fähigkeiten helfen mir dabei?

Lernfähigkeit, Kreativität, Impathie

Was wären nützliche, hilfreiche Verhaltensweisen? 

Arbeitsplatz aufräumen und schön gestalten. 

Was in meiner Umgebung könnte mich bei der Erfüllung meiner Aufgabe unterstützen?

Eine schöne, inspirierende Umgebung. 

- - - - SCHNITT - - - -

Ich beginne meinen Arbeitsplatz aufzuräumen und gehe in den Garten, um mir ein paar Blumen zu holen. Das hätte ich früher unter Prokrastination verbucht, aber jetzt gerade weiß ich ganz genau, wofür ich es tue - für meine Inspiration! 

Die Magie der Pyramide

Jetzt hast du hoffentlich eine Idee davon bekommen, wie du mit der Pyramide arbeiten kannst. Hast du die Fragen schon beantwortet?

Für mich lag die Magie darin, mir auf der Sinn-Ebene wieder bewusst zu machen, was ich eigentlich mit dem Zeichnen erreichen möchte: Menschen inspirieren Durch die Bewusstheit hat sich mein Zustand verändert. Von missgestimmt und verurteilend zu euphorisch und Möglichkeiten sehend. Dadurch fiel es mir auf den unteren Ebenen leicht, den Fokus auf hilfreiche Ressourcen zu richten. 

Wenn ich das nächste Mal in die Aufschiebe- und Selbstverurteilungsfalle tappe, brauche ich mich nur an die Pyramide zu erinnern, um zu wissen, wie ich da wieder raus komme. Und wenn ich meine Erkenntnis und das dazu gehörende Gefühl noch tiefer verankern möchte, kann ich die Logischen Ebenen der Veränderung auch mit NeuroGraphik erforschen. 

Dilts 20210805 als Coachee[Mit dieser Dilts-Pyramide habe ich die Blockade vor meinem ersten Online-Workshop gelöst.]

Wenn du jetzt Lust hast auf eine Portion Pyramiden-Veränderungs-Magie, dann findest du hier mehr Infos zu meinem Workshop "Entdecke die Logischen Ebenen der Veränderung mit NeuroGraphik"

Der Termin passt nicht? Dann trag dich in meinen Newsletter ein und du erfährst, wann ich den nächsten Workshop anbiete. 

Du möchtest lieber in einem 1:1-Coaching mit mir deine Blockade lösen? Dann schreib' mir!

Ich freu' mich auf dich! 

Inspirationen zum Lernen und Wachsen

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